HWR Göhrde

Muffelriegeln am 23.1.2016 – eine Nachbereitung

Muffelriegeln am 23.1.2016 – eine Nachbereitung

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Förderer unseres Mufflonprojektes,
liebe Teilnehmer /-innen,

mit etwas Abstand möchte ich auf diesem Wege unseren gemeinsamen Tag in der Göhrde reflektieren. In der Tat haben wir in vielerlei Hinsicht einen denkwürdigen Tag erlebt.

Denkwürdig, weil uns bzw. unserem Muffelwild aus der Umgebung ein unglaublicher Zuspruch, eine tolle ehrenamtliche Beteiligung, Hilfsbereitschaft und Unterstützung zuteil geworden ist. Viele von Ihnen haben sich eingebracht und waren bereit, in der Vorbereitung und an diesem Riegeltag Funktionen und Verantwortung zu übernehmen. Am Samstagmorgen haben sich alle trotz Schnee und Eis her begeben, Ausfälle gab es so gut wie gar nicht. Beim Treffen war in allen Ecken eine „Aufbruchstimmung“ zu verspüren, überwältigend!

Die Vorbereitungen in den Vortagen und am Morgen selbst waren durchaus intensiv, unsere Strategie für dieses Neuland haben wir immer wieder hinterfragt.
Natürlich hatten wir die Absicht, in den bisherigen Kerngebieten großflächig genug aufzulaufen, so dass wir schlussendlich auch hinreichend Muffelwild antreffen.

Vieles, wenn auch nicht alles, hat am Samstag wirklich gut geklappt. Die Vorbereitungen des Morgens haben ihre Aufgabe gut erfüllt. Der frische Riss eines Muffelschafes in der Fläche aus der Nacht zuvor war sicherlich nicht hilfreich. Wir hatten zwei kleine Rudel Muffelwild – in Summe nicht mehr als 8 – 10 Stück- im Treiben, die beide mit Macht durch die eng aufgestellte Treiberwehr gegen den Wind nach hinten durchgebrochen sind und partout nicht die gewünschte Richtung angenommen haben. Das Muffelwild ist sonst nicht die Wildart, die so vorrangig auf die Windrichtung reagiert.


Der Treiberwehr ist es gelungen, das weitläufige und unübersichtliche Gelände in der gewünschten Form zu beunruhigen, auch wenn es stellenweise Probleme gab den Anschluss innerhalb der Kette und die Richtung zu halten. Wir können aber davon ausgehen, dass wir kein Muffelwild überlaufen haben.

Gerade für den äußeren Radius war der Fußmarsch bei diesen Witterungs-bedingungen und der Dauer ein anstrengender, wahrer Kraftakt.

Umso enttäuschender für uns alle ist das Ergebnis!!! Mit diesem Ausgang habe ich nicht gerechnet! Das wenige Muffelwild hat sich an diesem Tag nicht riegeln lassen.

Muffelwild taucht jedoch seit einiger Zeit vermehrt auch außerhalb der Göhrde auf, so an dem 23. morgens in einem etwa 10-köpfigen Rudel in Thondorf oder auch südlich der B 191. Sie sind also unstet, versprengt.

Wie geht es weiter?

Wir haben trotz der Enttäuschung des letzten Sa. noch weitere Pläne, haben zwar stationäre Anlagen, müssen aber mit unseren Fangmethoden auch örtlich flexibler reagieren. Leichter wird es nicht bei den regelmäßigen Abgängen, die wir zu verzeichnen haben, aber Zeit zum Aufgeben ist noch lange nicht. Mit dem Institut für Wildbiologie sind wir jedenfalls gut beraten – im wahrsten Sinne des Wortes.

Bei allen Beteiligten bedanke ich mich ganz herzlich für ihren Einsatz! Sollten wir am Samstag einige Treiber zu arg strapaziert oder auf Umwege geführt haben, bedaure ich dies!

Die Landesjägerschaft, Familie Gräfke, Gerhard Bosselmann und Otmar Hauck haben diesen Tag und auch die Verpflegung der Truppe mit ihren Spendenleistungen maßgeblich unterstützt, ihnen ebenfalls herzlichen Dank!

Beste Grüße
Peter Pabel
Göhrde, am 28.1.2016

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