HWR Gartow-Lüchow

Historisches: Weitsichtig gearbeitet

Beitrag aus der EJZ:

Hochwildring Gartow-Lüchow feierte 50. Geburtstag

Ziel des Zusammenschlusses war es einst, in freiwilliger Vereinbarung die Wiederbegründung und den Erhalt eines angemessen guten Rotwildbestandes zu erreichen. Der sollte auf ein mit der Forst- und Landwirtschaft zu vereinbarendes Maß gebracht werden.

Man schrieb das Jahr 1952; am 24. Mai wurde in Gorleben der “Hirschring Lüchow-Dannenberg und Gartow” gegründet. 1957 erfolgte die Umbenennung in “Hochwildring Gartow-Lüchow”. Der 50. Geburtstag wurde am Sonnabend im “Haus des Gastes” in Gartow gefeiert. Dazu begrüßte Hochwildringleiter Dr. Jürgen Kahl aus Lüchow rund 200 Gäste.

In der Gründungsversammlung in Gorleben schlossen sich dem damaligen Hirschring neben der Staatsforstverwaltung mit ihren Förstereien Dünsche, Siemen, Rehbeck, Pretzetze und Schletau und der gräflich Bernstorffschen Forstverwaltung auch 31 Privatreviere an - aus den Hegeringen Gartow, Dannenberg, Lemgow, Lüchow und Lucie. Gesamtgröße des Hirschringes: rund 43.000 Hektar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Strukturen der gesamten Schalenwild-Bestände bedingt durch Hungersnot und der damit verbundenen Wilderei gelitten”, blickte Hochwildringleiter Kahl vorgestern zurück. Zudem habe es in erheblichem Umfang eine unkontrollierbare Jagdausübung durch die englischen Besatzungsmächte gegeben. Es gab einen deutlichen Überhang an weiblichem Wild, ältere Hirsche fehlten vollkommen. „Erst 1950 hörte die Bejagung des Hochwildes durch englische Offiziere auf”, weiß Jürgen Kahl, der das Amt des Hochwildringleiters 1988 vom inzwischen verstorbenen Gartower Forstdirektor Dr. Hermann Junack übernahm.

Der Wunsch der Gründungsväter hinsichtlich des Rotwildbestandes ist im Bereich des Gartow-Lüchower Hochwildringes in Erfüllung gegangen. “Wir haben heute einen Frühjahrsbestand von gut 500 Stück Rotwild hervorragender Veranlagung, auf einer Lebensraumfläche von etwa 30.000 Hektar”, freut sich Jürgen Kahl: “Allerdings müssten wir aufgrund der jährlich nach Geschlecht aufgeteilten Abschusszahlen bedeutend mehr Hirsche haben - über die Gründe dafür mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.”

Jürgen Kahls Blick in die Zukunft fiel hingegen nicht so positiv aus, Sorgen bereitet ihm besonders die ab 2003/2004 gültige Hegerichtlinie, die die Bejagung des Wildes nach Altersklassen regelt. “In einem so strukturierten Hochwildring wie unserem können dadurch alle bisher erreichten Hegeerfolge insbesondere beim Rot- und Damwild zerstört werden.”

Der Jubilar dürfe sich Verantwortung für die Natur und Eigenengagement auf die Fahne schreiben, gratulierte Landrat Dieter Aschbrenner dem Hochwildring. Bereits sieben Jahre nach Kriegsende hätten sich Jäger zusammengetan, um für den Naturschutz nachhaltig etwas zu bewirken, „obwohl die Rahmenbedingungen noch ganz andere waren“. Die damalige Generation habe sehr weitsichtig gearbeitet, und all die Jahre hätten gezeigt, “dass ihre Nachfolger nicht nur ihr Hobby lieben, sondern auch großen Respekt vor der Natur haben”.

Quellen: EJZ, www.ejz.de und Wikipedia

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